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Rengershausen - Knallhütte, historischer Ortskern und VW

Seit der ersten Erwähnung des Dorfes als „Reinngozzeshusen“ rund um das Jahr 1154 hatte der heutige Baunataler Stadtteil viele Namen. Erstmals als „Rengershausen“ ist der Ort im frühen 16. Jahrhundert bezeichnet worden. Wo früher die Hälfte aller Bewohner von der Landwirtschaft lebte, wohnen heute in Rengershausen zahlreiche Mitarbeiter des VW-Konzerns, der sich im Jahre 1957 ansiedelte. Außerdem nennen auch viele Pendler Rengershausen ihr Zuhause. Die Nähe zum Bahnhof in Guntershausen aber auch die direkte Autobahnanbindung machen den 2.300 Einwohnerstadtteil als Lebensmittelpunkt sehr attraktiv.

Dieser bietet aber nicht nur Rengershäusern gute Lebensqualität, auch den Besuchern des Ortes kann einiges geboten werden. Im historischen Ortskern können beispielsweise gut erhaltene, schmuckreich ausgestattete Hofanlagen und Fachwerkwohnhäuser bestaunt werden. Auch die im Jahre 1800 fertiggestellte evangelische Kirche bietet einige sehenswerte Elemente. Dazu gehört unter anderem die 1839 aufgestellte Orgel und der originale Taufstein aus dem Jahr 1575.

Was viele nicht wissen: Rengershausen ist auch in der Geschichte der Grimmschen Märchen von großer Bedeutung. Viele Geschichten der Märchenbrüder stammen von der Erzählerin Dorothea Viehmann. Die Enkelin des Bierbrauers Johann Friedrich Pierson wurde 1755 in der sogenannten Knallhütte geboren. Der Name des Wirtshauses und der Bierbrauerei sind Annahmen zufolge auf das laute Peitschenknallen der Fuhrleute zurückzuführen, die auf diese Weise auf sich aufmerksam machten und ihre Pferde die ehemalige Frankfurter Straße hochlockten. Als Kind hörte die junge Frau Viehmännin, wie sie liebevoll von den Gebrüdern Grimm genannt wurde, viele Geschichten, Sagen und Märchen, die sie bei einem Besuch an die Brüder Grimm weitergab. Beispielsweise haben die Märchen „der arme Müllerbursch und das Kätzchen“ und „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ ihren Ursprung auf der Knallhütte. Noch bis heute treffen sich dort zahlreiche Besucher, um an Führungen durch die Hütt-Brauerei teilzunehmen. Beim Besuch der Anlage lernen die Interessierten nicht nur viel darüber, wie heutzutage das Bier in die Fässer und Flaschen gelangt, es wird auch viel über die Verfahren der vergangenen Jahrhunderte gesprochen.